Hundewesen

Jagdhunde

„Jagd ohne Hund ist Schund” sagt ein Sprichwort und alle, die einen Jagdhund führen, wissen, dass an diesem Spruch etwas dran ist. Natürlich kann nicht jeder Jäger einen Hund halten. In jedem Revier aber sollte auf jeden Fall ein brauchbarer Jagdhund zur Verfügung stehen und für viele Jagdarten ist der auch vorgeschrieben, für Gesellschaftsjagden, für die Baujagd oder für die Wasserjagd zum Beispiel.1

Als Jagdhund wird ein Hund bezeichnet, der dem Menschen – in der heutigen Zeit dem Jäger – im weitesten Sinne als Gehilfe bei der Jagd dient. Unter dem Begriff „Jagdhund“ wird eine Gruppe von Haushunderassen zusammengefasst, die in den unterschiedlichen jagdlichen Einsatzgebieten genutzt werden. Die modernen Jagdhunde werden in Stöberhunde, Vorstehhunde, Apportierhunde, Schweißhunde, Erdhunde und jagende Hunde eingeteilt. Historisch gesehen bezog sich die Bezeichnung Jagdhund ausschließlich auf die jagenden Hunde (Bracken).

Jagdlich geführte Hunde bezeichnet man auch als Jagdgebrauchshunde. Bei der Arbeit „nach dem Schuss“ ist der Hund für den Jäger unverzichtbar. Das Führen eines Jagdhundes gilt daher als Voraussetzung für die waidgerechte Jagd. In den Jagdgesetzen der deutschen Bundesländer wird der Einsatz von Jagdhunden verschiedentlich vorgeschrieben. So muss in Niedersachsen der Jagdausübungsberechtigte einen für den Jagdbezirk brauchbaren, geprüften Jagdhund zur Verfügung haben2

 

Folgend eine  kleine Übersicht über die im Verein vertretenen Jagdhunderasen:

Deutsch Drahthaar (DD)
Der Deutsch Drahthaar ist ein wesensfester, leistungsfähiger und vielseitiger Jagdgebrauchshund, der mit Ausnahme der Baujagd für alle Jagdarten im Feld, im Wald und im Wasser vor und nach dem Schuss eingesetzt wird (Vollgebrauchshund). Er ist ein lebhafter, aber trotzdem charakterlich einwandfreier, passionierter und hochintelligenter Jagdhund mit großer Bindung an seinen Führer und dessen Familie. Seine Kinderfreundlichkeit ist besonders hervorzuheben.3

 

Kleiner Münsterländer (KLM)
Der Kleine Münsterländer ist ein intelligenter und temperamentvoller Hund. Er ist aufmerksam, menschenfreundlich und folgsam und besitzt eine gute soziale Bindung zu seiner Bezugsperson. Außerdem zeigt er ein sehr ausgeprägtes Beuteverhalten, und er liebt viel Bewegung, weshalb seine Haltung im städtischen Lebensraum nur bedingt zu empfehlen ist. Der Kleine Münsterländer kann in den unterschiedlichsten Geländeformen jagen, eignet sich als Vorstehhund ebenso wie zum Apportieren und für die Wasserjagd. Er kann auch in Meuten jagen und meldet häufig mit kräftigem Spurlaut.4

 

Deutsch Kurhaar (DK) 

Als Vorsteh- und Jagdhund eignet sich der Deutsch Kurzhaar für die Jagd, hat einen ausgezeichneten Geruchssinn, wird für die Nachsuche ausgebildet[1] und apportiert gut. Er lässt sich leicht abrichten und ist zudem ein anhänglicher Begleithund. Er passt sich gut an das Leben in der Familie an und ist bei richtigem Umgang freundlich zu Kindern, jedoch benötigt er viel Bewegung und entsprechende Aufgaben, da er ein Jagdhund mit viel Energie ist. Geeignete Beschäftigungen sind alle Formen der Nasenarbeit, wie Fährtenarbeit (Mantrailing) und Apportiertraining.5

 

Kurzhaarteckel (KT), Langhaarteckel (LT), Rauhaarteckel (RT)

Dackel besitzen ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Dies ist bei der Jagd auf wehrhaftes Wild, insbesondere den Dachs (daher der Name Dachshund), sehr hilfreich. Im Dachs- oder Fuchsbau ist der Hund ein Alleinjäger und muss seine eigenen Entscheidungen treffen, da der Hundeführer ihn hier nicht leiten kann. Die Bindungswilligkeit der Dackel ist weniger intensiv ausgeprägt. Ihre Ausbildung bedarf einer liebevollen Konsequenz und eines sachkundigen Hundeführers und sollte möglichst schon im Welpenalter einsetzen. Dies betrifft auch das Einwirken auf den Dackel im Umgang mit anderen Hunden und Menschen: Das starke Selbstbewusstsein des Dackels kann mitunter dazu führen, dass er zu wenig Respekt vor größeren Hunden hat und es hier zu Konfrontationen kommen kann.6

 

Parson Russel Terrier (PRT)
Der Parson Russell Terrier gilt als intelligent, unerschrocken, freundlich und arbeitsfreudig. Diese Eigenschaften leiten sich aus seiner Herkunft als Jagdhund ab. Unerschrocken und intelligent muss er für die Arbeit im Fuchsbau sein. Er geht dabei nie übertrieben aggressiv vor, sondern bringt durch sein Bellen den Fuchs zum Verlassen des Baus. Er musste aber auch freundlich zu Menschen, Pferden und anderen Hunden sein, um den Ablauf der Fuchsjagd so reibungslos wie möglich zu machen. Ein Parson Russell Terrier muss körperlich und geistig gefordert werden, sonst kann er unfolgsam und destruktiv werden.7

 

 Deutscher Wachtelhund

Die vielseitige Hunderasse, die zu den Stöberhunden gehört, hat ein sehr liebevolles Wesen. Der Wachtelhund ist der Allrounder für den Waldjäger und gleichzeitig Familienhund. Wachtelhunde sind in der Regel sehr feinnasig mit ausgeprägtem Finderwillen und apportierfreudig. Aufgrund seiner angeborenen Wasserfreude wird der deutsche Wachtelhund gerne für die Jagd auf Enten eingesetzt.

Durch ihre selbstständige Arbeitsweise, ihren Finderwillen, den fest verankerten Spurlautund ihre intelligente Wildschärfe wird diese Hunderasse seit einigen Jahren verstärkt bei den Drück- und Stöberjagden auf Schalenwild in großen Waldkomplexen eingesetzt. Der Deutsche Wachtelhund ist durch sein ausgeprägtes Jagdverhalten nur für Jäger und Förster geeignet. Daher wird er auch in der Regel nur an Jäger abgegeben.8

 

Weimaraner

 Der Weimaraner ist ein vielseitiger, anhänglicher Jagdhund mit ausdauernder, nicht allzu temperamentvoller Suche. Geschätzt werden seine hervorragende Nase sowie seine Wild- und Raubzeugschärfe. Der Hund ist besonders geeignet für die Arbeit nach dem Schuss (Schweißhund, Verlorenbringen usw.). Es gibt Weimaraner, die als Therapiehunde eingesetzt werden.9

 

English Setter

Der English Setter ist ein großer Vorstehhund. Er ist ein ausgezeichneter Jagdhund, der in jedem Gelände Verwendung findet. Er ist anpassungsfähig und ein guter Begleithund, der aber sehr viel Auslauf benötigt und nur in Kennerhände gehört, da er mit Spaziergängen alleine unterfordert ist, und schnell anfängt sich selbst mit jagen zu beschäftigen.[2]10

 

Deutscher Jagdterrier 

Die Bezeichnung Terrier ist von lat. Terra für „Erde“ abgeleitet. Der Deutsche Jagdterrier gehört im Jagdjargon zu den „Erdhunden“. Die Hunde wurden und werden zum sogenannten „Sprengen“ in bewohnte Fuchsbaue hineingelassen, um den Fuchs aus einer anderen Röhre hinauszutreiben, wo er dann vom Jäger erlegt wird.

Der Jagdterrier leistet Hervorragendes in der Bodenjagd und ist ein sehr guter Stöberhund, besonders auch für Wildschweine. Als Schweißhund und beim Apportieren leichten Wildes arbeitet er ausgezeichnet und findet auch Verwendung für jede Art der Wasserjagd.

Seine angeborene Schärfe und Härte sowie der ausgeprägte Freiheits- und Bewegungsdrang und eine gute Portion Hartnäckigkeit machen eine konsequente Führung notwendig. Der Deutsche Jagdterrier ist ein robuster und arbeitsfreudiger Hund, der durch Leistungsselektion geschaffen wurde; Schönheitszucht kannte man bei dieser Rasse nicht. Deshalb gehört er in die Hände von Menschen, die ihm ausreichende Bewegung verschaffen und seinen Arbeitseifer befriedigen können.11

 

Brandelbracke 

Die Brandlbracke wie auch die Steirische Rauhhaarbracke eignen sich für die Arbeit vor oder nach dem Schuss. Sie zeichnen sich besonders durch ihre Ruhe, extremen Fährtenwillen und Fährtensicherheit aus. Je nach Ausbildung wird die Brandlbracke als Schweißhund oder als Stöberhund eingesetzt. Sie jagt spurlaut und findet auf Grund des Orientierungsvermögens immer wieder zu ihrem Führer zurück.12

 

 

Nachtürlich gibt es noch sehr viel mehr Jagd-Gebrauchshunderassen. Weitere finden Sie unter dem Link : 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Jagdhundrassen_(JGHV)

 

Bei weiteren Fragen zum Thema Hundewesen Prüfung oder Hundeausbildung  wenden Sie sich bitte an den Hundeobmann Günther Losert- Gerolfingen. 

 

Quellen:

1https://www.jagd-bayern.de/bjv-hundewesen.html
2https://de.wikipedia.org/wiki/Jagdhund
3https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch_Drahthaar
4https://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_M%C3%BCnsterl%C3%
5https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsch_Kurzhaar 6https://de.wikipedia.org/wiki/Dackel 7https://de.wikipedia.org/wiki/Parson_Russell_Terrier#
8https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Wachtelhund
9https://de.m.wikipedia.org/wiki/Weimaraner
10https://de.m.wikipedia.org/wiki/English_Setter
11https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Jagdterrier
12https://de.m.wikipedia.org/wiki/Brandlbracke